Grosses Lob für engagierte "Minis

"Feuerwehr des Monats" als Anerkennung  für erfolgreiche Nachwuchsarbeit

Michelstadt. Mit Innenminister Boris Rhein  hatte sich am Freitagnachmittag hoher Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr angesagt. Und so war es nicht verwunderlich, dass sich neben den Einsatzkräften, den Mitgliedern der Jugend- und Minigruppe, den Vertretern der Alters- und Ehrenabteilung, Kreisbrandinspektor Horst Friedrich auch Bürgermeister Stephan Kelbert, Mandatsträger aus den kommunalen Gremien sowie die Landtagsabgeordnete Judith Lannert im Stützpunkt an der Zeller Straße eingefunden hatten. Anlass für dieses Stelldicheins war die mit einer Geldspende verbundene Würdigung der ältesten Brandschutz-Organisation im Odenwaldkreis als "Wehr des Monats" durch den Staatsminister. Hierbei besonders herausgestellt wurden die erfolgreiche Förderung der Kinderfeuerwehr und der in vielen Bereichen beispielhaft ehrenamtliche Einsatz der Aktiven. "Die Freiwillige Feuerwehr engagiert sich in hervorragender Weise für die Nachwuchsgewinnung", sagte der Minister. Neben der Jugendfeuerwehr gebe es seit 2005 auch ein Angebot, bei dem Jungen und Mädchen zwischen  sechs und zehn Jahren erste Feuerwehrkontakte knüpfen könnten. Den kleinen Bürgern werde unter fachlicher Anleitung spielerisch der Umgang mit dem Feuer, aber auch die Notruf-Alarmierung gezeigt, um auf diese Weise Erste-Hilfe-Schritte einleiten zu können. Damit nicht nur das Lernen, sondern Spaß und Freude ein Teil der Treffen sei, würden die Buben und Mädchen auch gemeinsam Weihnachtspätzchen backen und bei vielen geselligen Aktionen Gemeinschaftsgefühl erleben können. "Die kindliche Herangehensweise fördert frühzeitig das Interesse an der Feuerwehrarbeit", betonte Minister Rhein. Dazu trage auch das im September 2006 nach mehrmonatiger Bauzeit in Dienst gestellte Minifeuerwehrauto bei. Ausgestattet mit einer Pumpe, Schläuchen, Verteilern, Strahlrohren, Funk-und Sondersignalanlage sowie einem Pulverlöscher hätten die Kleinsten so die Möglichkeit, einen Löschangriff zu üben. In den Jahren 2006, 2008 und 2009 sei in Michelstadt eine Mini-Feuerwehrolympiade für die "Minis" aus dem Odenwaldkreis und Landkreis Darmstadt-Dieburg durchgeführt worden. Hierbei hätten im vergangenen Jahr die Michelstädter Kinder den zweiten. Platz belegt. "Diese gelebte Kameradschaft stärkt nicht nur die Feuerwehr in sich, sondern zeigt den Bürgern, welch starkes Team die Wehr ist. Auch im Bereich der Mini- und Jugendfeuerwehr nehmen die Verantwortlichen zusätzliche Arbeit für eine gute Sache in Kauf", resumierte der Minister abschließend..

Nicht ohne Stolz verwies Bürgermeister Stephan Kelbert auf die in den vergangenen Jahren angeschafften modernen Gerätschaften, die ohne den ehrenamtlichen Einsatz  der Helfer zwecklos seien. Den demographischen und kulturellen Wandel ansprechend, freute sich der Verwaltungschef über die im Stadtbereich überaus erfolgreiche Nachwuchsförderung. "In manchen Stadtteilen haben wir mehr Nachwuchs als aktive Wehrmänner". Dennoch müsse alles getan werden, "damit die Kinder bei der Stange bleiben".

Stadtbrandinspektor Gerd Beller nannte die 140 Jahre alte Wehr "jung an Ideen, fortschrittlich und

zukunftsorientiert". In den acht zum Stadtbereich zählenden Wehren seien nahezu 550 Männer und Frauen aktiv tätig. Von den rund 30 Buben und Mädchen, die an den Zusammenkünften der Minigruppe teilnehmen, seien sechs bereits in die Jugendgruppe gewechselt. Zwar  zähle der Stütz-

punkt auch zwanzig Jahre nach seiner Erstellung zu den modernsten in Hessen, doch durch die erfolgreiche Jugendfeuerwehr und die Kindergruppe bestehe zusätzlicher Raumbedarf.

Und was alles den Kids der Minigruppe geboten wird, zeigte Betreuer Andreas Brunner in einer

Bild-Präsentation. Kreisausschußmitglied Hubert Drews im Auftrag von Landrat Dietrich Kübler und  Kreisbrandinspektor Horst Friedrich zeigten sich erfreut darüber, dass bei insgesamt mehr als 2600 hessischen Feuerwehren Michelstadt als 39. Wehr diese Anerkennung zuteil geworden ist. 

(Ernst Schmerker)

 

Foto: Die Jüngsten der Michelstädter Feuerwehrfamilie mit (hintere Reihe von links)"Mini"-Betreuer  Beate und Andreas Brunner,  Innenminister Boris Rhein, Stadtbrandinspektor  Gerd Beller, Landtagsabgeordnete Judith Lannert, Bürgermeister  Stephan Kelbert, Stadtverordnetenvorsteher  Dieter Müller und Kreisbeigeordneter Hubert Drews.

(Foto: Ernst Schmerker)